Das Projekt

Armut und Perspektivenlosigkeit in der Dominikanischen Republik

Nur wenige Kilometer hinter den schneeweissen Sandstränden der Luxusressorts darben Hundertausende Menschen in einem Armenhaus. 42 Prozent der Bevölkerung leben in bitterer Armut, unter Jugendlichen grassiert die Kriminalität, die hohe Arbeitslosigkeit macht für viele das Leben zum Existenzkampf.
Die Initiative zu diesem Pilotprojekt in den Armenvierteln rund um die Provinzhauptstadt La Vega kommt von Joel Valdez. Mit ihm, dem arbeitslosen Strafentlassenen, startete vor zehn Jahren das Arbeitsintegrationsprogramm der streetchurch in Zürich.
Heute übernimmt der Familienvater in La Vega Verantwortung in diesem Projekt, das jungen Menschen Hoffnung schenken und verarmten Familien neue Perspektiven eröffnen will.



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Die Person hinter dem Projekt


Joel Valdez: Vom Drogendealer zum Hoffnungsträger

Mit zehn Jahren holte ihn seine Mutter aus der dominikanischen Republik in die Schweiz, mitten ins Drogen- und Sexmilieu des Zürcher Langstrassenquartiers. In einer der Jugendgangs lernte er schnell: wer sich nicht behaupten kann, geht unter. Die alltägliche Gewalt war ihm zwar zuwider, aber auch daran gewöhnte er sich. Mit seinen Fäusten verschaffte er sich Respekt. Bald schon hatte er seine eigenen Dealer, das Geld und der Alkohol flossen in Strömen. Irgendwann begann er selbst zu konsumieren. Alles wurde härter; die Drogen, die Auseinandersetzungen. Mehrfach kam er in Untersuchungshaft.
In einer Schlägerei zwischen zwei rivalisierenden Gangs brach er einem Gegner die Nase, wieder wurde er verhaftet und dieses Mal verurteilt. Im Massnahmenzentrum traf er auf den Pfarrer, von dem er zuerst nichts wissen wollte. Und doch taten ihm diese Gespräche über sein Leben gut. Zu seinem eigenen Erstaunen kam er in den gemeinsamen Gebeten zur Ruhe; zum ersten Mal vertraute er einem Menschen. Der Glaube des Pfarrers begann ihn zu interessieren. Er wollte sich ändern und blieb doch unberechenbar.
Als er einer Sozialpädagogin drohte, wurde die Massnahme abgebrochen. Draussen versuchte er es auf legalem Weg, begann eine Lehre, doch die Vergangenheit holte ihn ein. Nach einer weiteren gescheiterten Massnahme schloss die Justiz sein Dossier. Er wurde in die Freiheit entlassen. Ohne Geld, ohne Job, kein Dach über dem Kopf, so meldete er sich beim Pfarrer in der streetchurch. Der brachte ihn in einer WG unter. Gemeinsam schrieben sie Bewerbungen doch er war chancenlos; die Sache aussichtslos. Gegen die gefährliche Langweile liess der Pfarrer ihn bei sich zuhause Fensterputzen. Dann folgten die Fenster der Nachbarn. Die «Sauberen Jungs für saubere Fenster» waren geboren.

 

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Die Sozialfirma der streetchurch, die heute 25 jungen Menschen bei der Arbeitsintegration zur Seite steht, begann mit ihm, dem strafentlassenen Dominikaner. Eine Zeit lang sah alles so gut aus… doch er fühlte sich nach wie vor allein und die alten Leute liessen nicht locker. Hundert Mal winkte er ab, ein einziges Mal gab er nach, liess sich überreden zum ganz grossen Coup, der in der Ausschaffungshaft endete. Die Rückkehr in die dominikanische Republik war schmerzhaft; die Armut, die Perspektivenlosigkeit lähmend. Schlagartig wurde ihm bewusst: Entweder ging er nun definitiv unter oder er würde es endlich packen. Er entschied sich das letztere zu versuchen. Jede Arbeit, die er finden konnte, nahm er dankbar an und war der Job auch noch so schlecht bezahlt. Einmal mehr war er der Outsider, musste ganz unten durch, doch er kämpfte und er machte die Erfahrung, dass der Glaube, den er beim Pfarrer kennen gelernt hatte, ihn durch das Schwere hindurch trug. Darum suchte er immer wieder den Kontakt zu ihm, gemeinsam lasen sie über Skype die Bibel und beteten am Telefon. Er vermisste die streetchurch, die Gemeinschaft. Gleichzeitig lernte er in seiner Umgebung junge Leute kennen, ohne Perspektiven ohne Hoffnung und in ihm entwickelte sich eine Vision. Er wünschte sich für die Jugendlichen in La Vega, was er in der streetchurch in Zürich erleben durfte: Eine Organisation, die sich um die deren Probleme kümmert und Perspektiven ermöglicht. Vor allem anderen aber wollte er, dass sie jemandem zum Reden haben; über ihre Sorgen, ihre Ängste und über den Glauben, der am Anfang seiner eigenen Veränderung stand. Er rief sie kurzerhand zu sich und es entstand die erste Gesprächsgruppe. In den zurückliegenden Jahren hat er den Pfarrer immer wieder gebeten, ihn zu besuchen. Überzeugen konnte er ihn erst, als die Taufe seiner ersten Tochter anstand. Gleichzeitig hatte er ein grosses Anliegen: Die Familie seiner Freundin und somit auch seine Tochter, wohnten unter prekären Bedingungen in einer ärmlichen Wellblechhütte; drei Generationen auf engstem Raum, dazu die Last der schwer demenzkranken Mutter.
Er wollte selbst Hand anlegen und der Familie mit einem Umbau das Leben erleichtern. Der Pfarrer begann zu organisieren und zu sammeln. Inzwischen ist der Umbau abgeschlossen aber die Arbeit hat erst begonnen: Amor puede todo – die Liebe vermag alles!
Ja, die Liebe vermag noch mehr: Joel Valdez will die Gesprächsgruppenarbeit festigen und in der Nachbarschaft weitere Renovationsarbeiten bei den Ärmsten in Angriff nehmen. Der Verein La Vega unterstützt das Projekt, das fortlaufend evaluiert wird. Dabei ist Joel Valdez und auch dem Verein bewusst: Wir werden weder die Armut beseitigen noch die gewaltigen sozialen Probleme dieses Landes lösen, aber durch Ihre Hilfe und unser Engagement werden in Armenvierteln junge Menschen in ihrer Persönlichkeit gestärkt, Familien ermutigt und zu solidarischem Handeln angeleitet. «Die Armut limitiert die Menschen in allen Bereichen ihres Lebens», sagt Joel. Gemeinsam wollen wir diese Grenzen zumindest verschieben. Damit Menschen mehr Raum gewinnen, um sich entfalten zu können.
Danke, dass Sie uns dabei unterstützen.

Schwerpunktaktivitäten

Das Projekt in verschiedenen Armenvierteln gliedert sich in drei Schwerpunktaktivitäten:

Würdiges Zuhause – Renovationsarbeiten und Neubauten
Viele der ärmsten alleinstehenden Personen und Familien leben in abbruchreifen Hütten. Mit bescheidenen Investitionen kann die Lebensqualität der Bewohner massiv erhöht werden. Bachsteinmauern, statt Wellblech oder Holz, Dachsanierungen und Elektrifizierung. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Verbesserung der prekären sanitären Verhältnisse gelegt. Unter Leitung von Fachleuten beteiligen sich die Bewohner an den Arbeiten. Ziel ist ein solidarisches Miteinander für die Ärmsten.

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Saubere Umgebung – Müllbeseitigung als Gesundheitsvorsorge
90% der Müllhalden im Land kontaminieren Wasserquellen für den humanen Konsum. Dazu bietet der massenhaft herumliegende Müll ideale Brutstätten für die Tigermücke, die das Zikavirus überträgt und für weitere schwere Erkrankungen wie das weitverbreitete Denguefieber verantwortlich ist. Wir sensibilisieren die Bevölkerung für das Abfallproblem, räumen als Solidargemeinschaft den Müll weg und sorgen für ein nachhaltiges Abfallkonzept.

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Gelinderte Not – Unterstützung für körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen
Unter der enormen Armut leiden ganz besonders körperlich und geistig behinderte Menschen. Besonders schwer haben behinderte Kinder- und Jugendliche an ihrem Schicksal zu tragen; oft vegetieren sie mehr oder weniger sich selbst überlassen dahin. Selten werden sie gefördert oder erhalten die nötige ärztliche Versorgung.
Wir erleichtern mit individuellen Massnahmen das Leben dieser Menschen: Konkret kann dies heissen: Finanzierung eines Rollstuhls, Übernahme der monatlichen Kosten für dringend nötige Medikamente und Arztbesuche. Auch werden Bauprojekte für armutsbetroffenen Familien mit einem behinderten Kind prioritär angegangen.

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Tragende Gemeinschaft – Gesprächs- und Bibelgruppen für Interessierte
In der regelmässig stattfindenden Gesprächgruppe treffen sich Jugendliche und junge Familien zum Austausch. Sie lernen gemeinsam ihre oft anspruchsvolle Lebenssituation zu reflektieren und ermutigen sich gegenseitig zu einer christlichen Wertehaltung.
Zur Persönlichkeitsentwicklung gehören das gemeinsame Bibelstudium und das freiwillige diakonische Engagement.

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Sowohl die Gesprächsgruppe als auch die Renovationsarbeiten werden von Joel Valdez koordiniert und geleitet. Pfr. Markus Giger unterstützt das Engagement von Joel Valdez mit Schulung, Coaching und durch Besuche vor Ort. Das Projekt wird durch den Verein La Vega begleitet und fortlaufend evaluiert.

Spenden

Wer und wie kann man helfen?

Jede Hilfe ist herzlich willkommen und wie immer gilt im Projekt La Vega: Jeder Franken kommt zu 100% den Projekten zugute!

Allen die bis anhin gespendet haben und allen, die sich dazu gerade entschieden haben: Herzlichen Dank! Jeder Beitrag ist für uns eine grosse Ermutigung! Natürlich halten wir euch über die Fortschritte und Herausforderungen auf dem Laufenden.

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* Soziales (Bau- und Umweltprojekte, Hilfe für Behinderte) sind im Kanton Zürich steuerabzugsberechtigt.

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Kontoangaben
PC-Konto: 61-922414-1
Verein LA VEGA
c/o Markus Giger
Greblerweg 16
8047 Zürich

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Kollektivmitgliedschaft CHF 500.–/Jahr

Kontakt

«Amor puede todo»
Verein LA VEGA
c/o Pfr. Markus Giger
Greblerweg 16
8047 Zürich
markus.giger@lavega.ch
044 552 41 10

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