José-Luis gehört seit Jahren zu den treusten Mitarbeitern auf unseren Baustellen. Dabei hat er ein hartes Los: Weil seine Eltern ihn bei der Geburt nicht registrierten hat er keine Ausweispapiere, was das Leben auch in der dominikanischen Republik zu einem Spiessrutenlauf werden lässt. Seit vielen Jahren hilft er mit, armutsbetroffenen Familien ein Haus zu bauen; er selbst lebte mit der Mutter und seinem kleinen Bruder in einer abbruchreifen Hütte in der bei den häufigen tropischen Regen kaum ein Flecken Erde trocken blieb. Darum haben wir entschieden, mit ihm zusammen der wachsenden Familie – seine Freundin erwartet das erste Kind – ein kleines, würdiges Zuhause zu bauen. José-Luis ist überglücklich und umso mehr motiviert, uns auch weiterhin zu helfen, dass andere Familie ein trockenes Zuhause erhalten dürfen.
José-Luis, sein Bruder und Joel vor der alten Hütte.
Mitten in der Nacht stürzte ihr Haus zusammen. Diese Gefahr droht bei den unzähligen baufälligen Hütten immer wieder.
Die alleinerziehende Mutter von vier Buben musste in ein einziges Zimmer beim Vater einziehen. Sie war völlig verzweifelt.
Als wir ihr versprachen zu helfen, meinte sie: «Nun getraue ich mich wieder zu hoffen…» Wir beschlossen, ihr prioritär zu helfen und konnten ihr und ihren Buben innert zwei Monaten ein neues Zuhause schenken.
Was übrig blieb, nachdem das Haus der Familie eingestürzt ist.
Es blieb der Familie nichts anderes übrig, als in diesen prekären Verhältnissen zu überleben.
Joel und seine Leute machten sich ans Werk.
Und innert 2 Monaten entstand ein bescheidenes, neues Zuhause.
Mit Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner konnten wir für die kleine Siedlung am Rande von La Vega die langersehnte Gemeinschaftsdusche mit dazugehörigem WC fertigstellen. Wie geplant haben wir dabei die übrigen Abwasserflüsse der Siedlung an die Kanalisation angebunden. Somit wird – zumindest aus dieser Siedlung – kein Fäkalienabwasser in den nahen Bach geleitet. Solche Massnahmen für die Umwelt können mit relativ bescheidenen Mitteln realisiert werden und sollen Schule machen. Wo wir bauen, richten wir unser Augenmerk auf die auch auf die Umwelt. Gleichzeitig konnten wir eine baufällige Hütte abbrechen und ein sturmfestes Haus bauchen. Das Besondere an der Familie, die es bewohnt: Obwohl sie selbst kaum genug zum Leben haben, hat ein haitianischer Junge, der seinen Vater verloren hat uns dessen Mutter im Gefängnis ist, bei der Familie Aufnahme gefunden. Nächstenliebe, ohne grosses Aufsehen, die aber enorm beeindruckt.
Gemeinsam mit den Bewohnern werden die Kanalisationsrohre verlegt.
Die meisten der Siedlungsleute haben zum ersten Mal in ihrem Leben eine richtige Dusche und ein WC zur Verfügung.
Joel mit einem Teil der Siedlungsbewohner. Sie alle profitieren von der Gemeinschaftsdusche.
Anstelle einer baufälligen Hütte, ein sicheres Zuhause.
Der Glaube verwandelt Menschen – lindert Not – gibt niemals auf.
Joel Valdez und Markus Giger stellen das von der Streetchurch unterstützte Hilfswerk in der dominikanischen Republik vor.
Begleitet werden sie dabei von den Rappern von KC7, die das ganze Leben in Reime verpacken und jede Kirche in ein Festival verwandeln.
Letztes Jahr haben hunderte Konfirmandinnen und Konfirmanden an den Events miterlebt, was der Glaube in dieser Welt bewegen kann.
Ein Abend, der herausfordert und Gutes entstehen lässt.
Der Glaube verändert Menschen – die Geschichte von Joel Valdez
«Kennengelernt habe ich Joel in meiner Funktion als Gefängnisseelsorger. Im Verlauf einer intensiven Begleitung hat sich der junge Dominikaner entschieden, einen Neuanfang mit Gott zu wagen. Daraus wurde ein langer, steiniger Weg, der vor zehn Jahren in der Ausschaffungshaft endete. – Aber die Geschichte ging weiter: Joel hielt den Kontakt zu mir aufrecht und gewann mich für sein Anliegen, der Armut und dem Elend in der dominikanischen Republik, Hoffnung und konkrete Hilfe entgegenzusetzen. Heute werden dank seiner Initiative abbruchreife Wellblechhütten in würdige Häuser verwandelt, Armensiedlungen werden vom Abfall gesäubert und schwerstbehinderten Menschen wird die dringend nötige Fürsorge zuteil.
Die Ziele der La Vega Tour 2019
Die Geschichte von Joel Valdez bewegt und sie soll die Konfirmanden dazu anregen, sich mit den eigenen Prioritäten und mit der Bedeutung des Glaubens für das eigene Leben auseinanderzusetzen.
Die La Vega Tour 2019 soll aber auch dazu beitragen, dass unsere Engagement weitergehen kann. Die teilnehmenden Gruppen können in zweifacher Weise dazu beitragen: Einerseits durch einen pauschalen Unkostenbeitrag für die Teilnahme an dem Event von 300 Fr. pro Konfklasse und andererseits durch die Möglichkeit, die Kollekte des Konfirmationsgottesdienstes für unser Projekt zu bestimmen. Auch bei uns gilt: Jeder Franken zählt.»
Pfr. Markus Giger
* La Vega-Tour ’19: Abend in der Kirchgemeinde Furttal entfällt Aufgrund von unvorhersehbaren Ereignissen innerhalb der Kirchgemeinde Furttal, müssen wir leider die Veranstaltung vom 24.9.19 absagen. Wir bedauern dies sehr, jedoch haben wir Verständnis für den Entscheid der organisierenden Kirchgemeinde, auf die Durchführung des Anlasses zu verzichten. Für die anderen Abende nehmen wir nach wie vor gerne Anmeldungen entgegen.
In den Armensiedlungen rund um La Vega verfügen die wenigsten Menschen über ein WC in ihren Hütten. Oft teilen sich mehrere Familien ein WC, was jedoch in den meisten Fällen nichts anders als eine Sickergrube ist. – Damit verbunden ist eines der grossen Probleme in der Dom. Rep.: durch Abfall und Fäkalien kontaminierte Bäche und Grundwasservorkommen. Wir planen nun in einer Siedlung, in der wir bereits auch mit unserm Abfallbeseitigungsprogramm präsent sind, das unwürdige und abbruchreife WC-Häuschen durch eine kombinierte WC/Duschanlage zu ersetzen. Dabei planen wir sämtliche Abwasser- und Fäkalienabflüsse an die Kanalisation anzuschliessen. Dies ist ein kleiner Beitrag, das Grundwasser und das Wasser des Flusses, der unmittelbar bei der Siedlung vorbeifliesst zu entlasten. Beim Bau werden die Bewohner tatkräftig mithelfen!
Verschiedenen Besuchern aus der Schweiz konnten wir nicht nur das Projekt vorstellen, sie brachten sich auch aktiv ein! Sei es bei einer Abfallbeseitigungsaktion oder als spanischsprachige Rap-Formation KC7, die Jung und Alt bei einem Strassenkonzert in der Nachbarschaft begeisterten.
Wenn es nach unseren Plänen gegangen wäre, hätten wir bereits vor einem Jahr Julio und seiner Familie ein würdiges Zuhause gebaut. Insbesondere die prekären sanitären Verhältnisse, die das Sicherstellen einer angemessenen Körperhygiene für Julio verunmöglichen, machen eine Lösung dringlich. Jedoch kam es über den geplanten Neubau auf dem geerbten Grundstück zu familieninternen Zwisten und bis anhin konnte keine Einigung gefunden werden. Und doch ist es auch in solchen Situationen unser Ziel, den Schwächsten ihr Leiden – so gut wir es in der jeweiligen Situation vermögen – zu lindern. Konkret hiess das, dass wir die unzumutbare Schlafgelegenheit von Julio erneuern. Da auch die anderen Familienmitglieder auf völlig verbrauchten Matratzen liegen, haben wir uns entschieden, ein Doppelbett mit entsprechend qualitativ hochwertigen Matratzen zu kaufen. Unter den Blechdächern wird es unerträglich heiss; da der einzige Ventilator der Familie seinen Dienst aufgegeben hat, haben wir ihnen einen neuen gekauft. Auch davon profitiert vor allem Julio, da er aufgrund seiner körperlichen Behinderung den grössten Teil des Tages in der heissen Hütte verbringen muss.
Nun kann Joel Material- und Personentransporte selber durchführen; ganz gleich ob er Julio zum Arzt fährt oder mit den Jungs zur nächsten Abfallbeseitigungstour ; der Pickup erfüllt seinen Dienst hervorragend und vielseitig!
Das Geld für diese grosse Investition ist das Ergebnis der letzten Vortragstour von Joel im vergangenen März: Die meisten der besuchten Konfirmandenklassen haben beschlossen, mit den Kollekten der Konfirmationsgottesdienste den Kauf des Pickup zu ermöglichen! Eine Konfirmandenklasse hat sogar im ganzen Dorf eine Sammelaktion durchgeführt. Dieses Engagement der jungen Leute hat uns sehr bewegt!
Santo Domingo.- Die Dominikanische Republik erlebt seit Jahren einen konstanten Boom im Tourismus, das Wirtschaftswachstum erreicht Bestwerte im regionalen Vergleich von Lateinamerika und der Karibik. Selbst im weltweiten Vergleich kann sich das Land sehen lassen. Leider geht die soziale Schere weiter auseinander. Die Wirtschaft verzeichnet Gewinne, das Volk bleibt arm. 53,8 % der dominikanischen Bevölkerung leben in extremer oder gemäßigter Armut, 60 % des Volkes leben in Gebieten mit Unterversorgung. Hierzu gehören Mängel in der Strom- und Wasserversorgung, unzureichende Wege und mehr. Diese Ergebnisse entstammen aus einer Studie der Weltbank (SIUBEN)…
Wir laden ganz herzlich zur jährlichen Mitgliederversammlung unseres Vereins, am 28. Mai 2018, um 19.00 Uhr, in den Räumen der Streetchurch an der. Badenerstrasse 69, 8004 Zürich, ein. Wer jetzt noch Mitglied wird, darf mitbestimmen.